Auf dem Weg in ein inklusives Europa!

Die Fachkommission Current Affairs (Allgemeine Angelegenheiten) verabschiedet Josef Neumanns Bericht „Förderung der Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung und ihrer Partizipation am politischen und öffentlichen Leben“ einstimmig.

Hauptziel von Neumanns Bericht ist die Beschreibung der aktuellen Lage von Menschen mit Behinderungen in den 47 Mitgliedstaaten des Europarates.

Lokale und regionale Einrichtungen sind in diesem Zusammenhang von Bedeutung, da sie das allgemeine Umfeld an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen anpassen und Inklusionsmaßnahmen vorantreiben müssen.

„Menschenrechte haben eine Heimat“, so Josef Neumann in seinem Eingangsstatement. „Ihre Heimat ist da, wo Menschen wohnen, leben, arbeiten, altern, Familien gründen – in den Regionen und Gemeinden, in den Quartieren und Nachbarschaften vor Ort.“

In den Mitgliedsstaaten des Europarats leben ca. 80 Millionen Menschen mit Behinderungen. Diese stellen mehr als 15% der gesamten europäischen  Bevölkerung dar.

Fast alle Mitgliedsstaaten des Europarats haben die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Diese stellt einen Meilenstein im Kampf für die Rechte behinderter Menschen dar, welche dieselben Rechte genießen wie Nichtbehinderte. Jedoch nicht alle dieser Staaten setzen die BRK konsequent um.

Die mangelhafte Einhaltung der Rechte von Menschen mit Behinderungen wird allerdings nicht zwingend durch Geldmangel hervorgerufen, sondern vielmehr durch Koordinationsschwierigkeiten zwischen nationalen, regionalen und lokalen Akteuren.

Um das Ziel der Gleichberechtigung und der Partizipation der Menschen mit Behinderungen im Lebensalltag zu erreichen, bedarf es konkreter Maßnahmen, Zielvereinbarungen sowie Aktionsplänen auf allen Ebenen, die aufeinander bauen.

Einige Gemeinden und Regionen haben sich dieser bereits angenommen. Dazu gehört auch NRW. Hier fördern Integrationsunternehmen die Wirklichkeit einer inklusiven Arbeitswelt.

„Viele Wege führen zu einer inklusiven Gesellschaft“, so Josef Neumann. Jeder dieser Wege fordert jedoch eine funktionierende Verantwortungsgemeinschaft der lokalen, regionalen, nationalen und supranationalen Ebenen – rechtlich, strategisch und finanziell.

Inklusion ist nicht nur Mittel zum Zweck. Der Begriff Inklusion steht für einen hohen Wert an sich; Inklusion bedeutet die Wahrung der Menschenrechte. Hierzu bedarf es vor allem den Willen, eine inklusive Gesellschaftsstruktur zu erschaffen bzw. zu verstärken. „Wer Inklusion will, sucht Wege“, betonte Neumann. Sein Appell an seine europäischen KollegInnen lautet daher: „Lassen Sie uns voneinander, miteinander und untereinander lernen – nur gemeinsam kommen wir voran.“