Gemeinschaftsbildung statt Radikalisierung

Josef Neumann präsentiert in Straßburg Maßnahmen für interreligiösen Dialog und gegen Extremismus

In der heutigen Sitzung des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas (KGRE) im Europarat hat Josef Neumann, Wuppertaler und Solinger Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Ausschusses für laufende Angelegenheiten, die Maßnahmen des Kongresses gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus vorgestellt. Eine entsprechende Resolution wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Im Mittelpunkt stehen die unmittelbare Bekämpfung von Radikalismus vor Ort in den Kommunen und Regionen sowie Strategien der Prävention.

Als Berichterstatter präsentierte Neumann einen Maßnahmenkatalog, der in Form eines digital verfügbaren “Werkzeugkastens” zu interkulturellem und interreligiösem Dialog Akteuren vor Ort niederschwellig Hilfestellung anbietet.
Neben Richtlinien und Prinzipien zu Fragen der Radikalisierung und des Extremismus umfasst der Maßnahmenkatalog insbesondere eine Website “congress intercultural”, die einfach Zugang zu Best-Practice-Beispielen, Trainingsprogrammen und Fachliteratur aus ganz Europa eröffnet (Tool-Kit zum Nachlesen).

“Radikalisierung ist eine offene, brennende Frage, auf die die Politik wie auch die Gesellschaft Antworten zu finden haben” – Diese Worte stellt Neumann an den Anfang seines Berichts.
Der Kampf sei inmitten der Städte mit der “Waffe” namens “Demokratie” auf Graswurzel-Ebene aufzunehmen.
Der Ansatz bei der Praxis in den Stadtteilen und Quartieren weise die lokale Ebene als das Handlungsfeld par excellence aus. Repression könne nicht die alleinige Lösung sein.

Josef Neumann charakterisierte den ernsthaften, methodischen interreligiösen Dialog als eines der effektivsten Werkzeuge im Kampf gegen Intoleranz und Radikalisierung:
“Lokale Behörden und Institutionen nehmen eine Schlüsselrolle dabei ein, Dialog zwischen kulturellen und religiösen Communities zu erleichtern. Unser Bericht zeigt deutlich, dass interkultureller und interreligiöser Dialog vielfältige Möglichkeiten für Gemeinschaftsbildung auftut. Dialog ist die Basis praktischer Konfliktvermeidung und -lösung. Er gestattet die Reflexion über gemeinsame Werte und Differenzen.”

Eine weitere zentrale Maßnahme ist der Start der “Allianz europäischer Städte gegen Gewaltextremismus”, die eine Plattform des Austausches und der Kooperation auf europäischer Ebene darstellen soll.
Ein Gipfel der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister am 9. November in Rotterdam dient der verbesserten Zusammenarbeit europäischer Kommunen bei der Prävention von Radikalisierung.

Anknüpfend an die Ausgangsfrage lautete Neumanns Fazit der Ereignisse der letzten zwei Jahre daher: ”Die Antwort auf Unruhe, Verunsicherung und Anspannung im Angesicht der Radikalisierung ist Handeln vor Ort.”

Hier ein Bericht zur Tagung:

http://www.coe.int/de/web/portal/-/preventing-radicalisation-in-towns-cities-and-regions-the-congress-consolidates-its-strategy