„Im Herzen der Städte den Kampf gegen Radikalisierung und für eine Kultur des Respekts führen“ – Josef Neumann spricht vor Bildungsministern im Europarat über interkulturellen Dialog und Radikalismusbekämpfung

Im Rahmen des Plenums zur Frage der Prävention gegen gewaltbereiten Extremismus und Radikalisierung als Vorstufe von Terrorismus hat der Solinger Landtagsabgeordnete Josef Neumann auf der 25. Tagung der Ständigen Konferenz der Bildungsminister des Europarates in Brüssel gesprochen. Die Konferenz stand unter dem Motto „Demokratie durch Bildung sichern“. Als einer der Hauptredner zum Themenschwerpunkt „Radikalisierung“ präsentierte Neumann den gemeinsam mit seinem niederländischen Kollegen Bouwmeester entwickelten Maßnahmenkatalog des KGRE (Kongress der Gemeinden und Regionen Europas). Im Zentrum stehen konkrete Instrumente des interreligiösen und interkulturellen Dialogs.

Das Maßnahmenbündel setze zwei klare Prioritäten, so Neumann: den Ansatz an der Basis vor Ort in den Stadtteilen und das Prinzip der Prävention. Der Instrumentenkatalog beruft sich auf eine Fülle von erfolgreichen Beispielen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs in europäischen Städten.

In seiner Abschlusserklärung beschrieb die Konferenz der Bildungsminister Europas die Ermächtigung der Bürger zu einer aktiven Rolle in der Verteidigung der Demokratie als bildungspolitische Kernaufgabe. Die Förderung der Kompetenzen in einer demokratischen Kultur soll dabei im Vordergrund stehen.

Neumann stellte seine Ausführungen zur Vorbeugung von Extremismus durch Bildung und Dialog in den Kontext einer Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Radikalisierungstendenzen in Europa:

„So wie der Extremismus die Gewalt in das Herz unserer Städte und Regionen getragen hat, müssen wir im Herzen unserer Städte, in den Stadtteilen, den Kampf gegen Radikalisierung und Gewalt und für eine Kultur des Respekts vor der Demokratie und den Mitmenschen, gleich welcher Herkunft, Religion und Kultur, führen. Gebieten wir der Radikalisierung an der Basis Einhalt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass die Jugend Europas – und nicht nur diese – vor der weiteren Einflussnahme der Radikalen geschützt wird. Sorgen wir dafür, dass Menschenrechte in den Quartieren eine Heimat haben!“

Neumann hob die integrationspolitische Dimension der „Graswurzelmethode“ hervor:

„Auf den ersten Blick, jedoch nur auf den ersten Blick könnte es so erscheinen, dass die Frage des interkulturellen und interreligiösen Dialogs nicht zur Strategie der Bekämpfung von Radikalisierung passt. Doch, Religion und Kultur sind vielmehr maßgebliche Aspekte der Identität des Menschen und werden eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben des 21. Jahrhunderts spielen. Integration und der Dialog zwischen Religionen und Kulturen werden mutmaßlich die zentralen Aufgaben dieses Jahrhunderts sein.“

Der Maßnahmenkatalog mit Leitlinien und Beispielfällen wird insbesondere online und in den sozialen Medien zugänglich sein und in 36 Sprachen übersetzt werden.