Josef Neumann von Papstrede im Europarat tief beeindruckt – Neumann: „Franziskus als Stimme eines selbstbewussten Europa für Frieden und gegen Armut und soziale Ausgrenzung“

Als Mitglied des Kongresses der Regionen und Gemeinden gehörte der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann zu den Mitgliedern des Europarates, die heute die erste Rede eines Papstes in der Vollversammlung dieses Gremiums in Straßburg verfolgen durften. Der Europarat begeht in diesem Jahr das 65. Jubiläum seiner Gründung. Neumann zeigte sich tief beeindruckt von dem Vortrag Franziskus I.:

„Den Besuch seiner Heiligkeit unmittelbar miterleben zu dürfen, werte ich als große Ehre und großes Glück. Wir danken ihm herzlich dafür, dass er der Einladung des Europarates gefolgt ist. Die Rede des Papstes war eine sprachmächtige Würdigung des Europarates und seiner Institutionen und zugleich eine Erinnerung und Mahnung an uns alle, seinem vorrangigen Ziel, der Förderung von Frieden, Demokratie und Menschenrechten, gemeinsam in Europa zu dienen.

Der Friede, von dem er angesichts der Krisen innerhalb und außerhalb Europas spricht, ist weit mehr als die zweckbedingte Abwesenheit von Krieg. Er fordert vielmehr einen klaren ‚Weg der Humanisierung‘ und die Suche nach politischen Lösungen der gegenwärtigen Krisen – ausgehend von einem Europa, das der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, aber auch der Geißel des Menschenhandels als ‚neuer Sklaverei unserer Zeit‘ entgegentreten müsse.

Franziskus beschwor eindringlich die Notwendigkeit eines jugendlichen Geistes in Europa und warf einen kritischen Blick auf dessen Müdigkeit und Pessimismus von heute. Gegen eine ‚Globalisierung der Gleichgültigkeit aus Egoismus‘ rief er uns als Vergleich das Bild des Pappelbaumes ins Gedächtnis: Wie dessen Astwerk strebe Europa nach Erkenntnis, Frieden und Freiheit. Dafür aber bedürfe es der ‚Festigkeit des Stammes‘ und der ‚Tiefe seiner Wurzeln‘.

Diesen Mut zur Wiederentdeckung seiner Geschichte verbindet der Papst mit der Aufforderung, sich den Herausforderungen der ‚Multipolarität‘ und ‚dialogisierenden Transversalität‘ offensiv zu stellen.

Franziskus I. hat sich heute unmissverständlich als Fürsprecher einer Einheit in der Vielfalt Europas erwiesen.

Zugleich erlebte ich ihn als unüberhörbare Stimme eines selbstbewussten Europa für Frieden und gegen Armut und soziale Ausgrenzung.

Mit seinen kraftvollen Worten zur Aufnahme der Migranten in Europa, zum Problem der Armut, zur Würde durch Arbeit und Beschädigung der Würde durch Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt zur Aufgabe des Umweltschutzes hat er die künftigen Überlebensfragen Europas genau benannt.“

„Dieser Mann von 77 Jahren ist das Sprachrohr einer wachen, jungen Staatengemeinschaft. Ich erinnere nur an seinen Schlussappell: ‚Mein Wunsch ist, dass Europa mit der Wiederentdeckung seines historischen Erbes und der Tiefe seiner Wurzeln sowie mit der Annahme seiner lebendigen Multipolarität und des Phänomens der dialogisierenden Transversalität jene geistige Jugend wiederfindet, die es fruchtbar und bedeutend gemacht hat.‘“