Menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen muss der Kampf angesagt werden

Die Verarbeitung von Fleisch in Betrieben der Schlachtwirtschaft soll ab dem 01. Januar 2021 nur noch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des eigenen Betriebs zulässig sein. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen.

Dazu Josef Neumann, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:

„Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ist mit Nachdruck zu danken, für sein schnelles und konsequentes Handeln.

Die Zustände in der Fleischindustrie sind katastrophal und müssen so schnell wie möglich beendet werden. Das hat endlich auch die Union eingesehen. Der moralische Druck war einfach zu groß.

Diesen Druck müssen wir jetzt auch in anderen Branchen erhöhen, auf die Corona derzeit kein Schlaglicht wirft. Es geht dabei vor allem um Branchen, in denen das Kerngeschäft wie in der Fleischwirtschaft hauptsächlich über Billigwerkverträge betrieben wird. Das gilt u.a. für Zustelldienste, Fahrradkuriere oder Spargelstecher in der Erntehilfe. Auch im Gesundheits- und Pflegebereich ist Leiharbeit inzwischen an der Tagesordnung. Hier müssen wir ebenfalls stärker einschreiten. Wer sein Kerngeschäft größtenteils über Leiharbeit und Werkverträge betreibt, missachtet das Wesen der Sozialen Marktwirtschaft.

Mit dem heutigen Beschluss des Bundeskabinettes ist ein Anfang vom Ende miserabler Arbeitsbedingungen eingeleitet. Die sittenwidrige Ausbeutung von Menschen zum Zweck wirtschaftlicher Profitmaximierung muss konsequent auf allen Ebenen bekämpft werden.“