Parlamentarischer Abend der IHK: „Wir müssen eine Willkommenskultur entwickeln“

Rund 200 geladene Gäste kamen am Donnerstagabend in die IHK zum parlamentarischen Abend. Die IHK hatte zu der Veranstaltung geladen, um mit den Landtagsabgeordneten des Bergischen Städtedreiecks über Themen, die der Wirtschaft am Herzen liegen, zu diskutieren.

Der Einladung zu dem moderierten Gespräch folgten, neben den Abgeordneten der Oppositionsparteien, auch die drei SPD-Abgeordneten für Wuppertal, Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann. Olaf Wegener von der Piratenpartei fehlte, trotz Zusage. Man wolle mal sehen, ob man Wegener per Twitter erreiche, frotzelte Moderator Thorsten Kabitz.

Eines kristallisierte sich schnell heraus. Die Themen: DOC und IKEA bewegten die Anwesenden. Relativ schnell ging es um diese, für die Region äußerst wichtigen, Projekte. Jeder der anwesenden Abgeordneten hatte dafür, pro Durchgang, 90 Sekunden Zeit, seinen Standpunkt deutlich zu machen. Fundiert, und mit den neuesten Zahlen im Gepäck, erläuterte Dietmar Bell die aktuelle Situation, rund um das Thema IKEA. Dabei legte der stellvertretende wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion gesteigerten Wert auf das Thema Gleichbehandlung. Noch vor kurzem ist ein ähnliches Projekt, mit einem deutlich höheren Prozentsatz an einzelhandelsrelevantem Sortiment, genehmigt worden. „In Wuppertal beträgt das einzelhandelsrelevante Sortiment gerade mal knapp über 15%“, stellte der Politiker fest, wobei er der Darstellung von Arne Moritz widersprochen hatte, der sich offenkundig nicht auf die Podiumsdiskussion vorbereitet hatte. „Ein bisschen mehr Sachkunde würde nicht schaden“, merkte Bell an.

Andreas Bialas sieht die Kultur als wichtigen Motor für die Region. Dabei zeigte sich der Kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion davon überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur notwendig sei, und gelingen kann. Als Beispiel nannte er hier explizit die Bedeutung des Engelshauses im Hinblick auf engere Wirtschaftsbeziehungen zu China. Er bot hierbei an, mit der IHK in vertiefende Diskussionen einzusteigen.

Für den SPD-Abgeordneten Josef Neumann ist es wichtig, eine Kultur des Willkommens zu etablieren. „Nur wenn wir den Eindruck vermitteln, die Interessen von Wirtschaftstreibenden sind uns nicht lästig, sondern uns um die Anliegen kümmern, werden wir erfolgreich sein“, so Neumann, der auch auf die Bedeutung von „Leuchtturm-Projekten“ für die Region hingewiesen hatte. Neumann, aber auch die beiden anderen Abgeordneten, sehen es als vordringlichste Aufgabe, vor dem Hintergrund einer veränderten Förderkulisse der EU, weitere Mittel in die Bergische Region zu holen. Neumann: „Nur so kann der Strukturwandel gelingen, der bislang rund 50 Prozent der Erwerbstätigen im Städtedreieck, den Arbeitsplatz gekostet hat“.

Ein anderes, wesentliches Problem ist es aber auch dafür zu sorgen, dass wir den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter führen. „Wenn wir es nicht schaffen, die Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen, brauchen wir uns über Großprojekte, wie das DOC oder einem IKEA nicht weiter zu sprechen“, meint Neumann. Die Menschen müssten auch das Geld haben, um es in den Stadtteilen, aber auch in solchen Projekten auszugeben.

Bei der Frage, wo stehen wir in Zwei Jahren, sehen sich die „Drei für Wuppertal“ gut aufgestellt. „Wir haben mit der Sicherung des Kiesbergtunnels und mit der Anbindung an die A1, über die L419, ein wichtiges Projekt für Wuppertal angeschoben“, so Bell. Für den IKEA-Homepark blicken die Drei SPD-Abgeordneten optimistisch in die Zukunft.