Ungleiches ungleich behandeln! KiTas im Gespräch – Volle CityKirche diskutiert mit Bell.Bialas.Neumann über die Zukunft Früher Bildung

Trotz des Warnstreiks im Öffentlichen Dienst und einer Vollsperrung der Bahnstrecke Oberbarmen-Elberfeld infolge eines schrecklichen Unfalls erwartete ein bis auf den letzten Platz gefülltes Kirchenschiff den Hauptreferenten des Tages, Wolfgang Jörg (kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion), der sich durch das Verkehrschaos zur Veranstaltung „Fraktion vor Ort: Alle Chancen für jedes Kind“ in Wuppertal vorkämpfte.  Im Rahmen seines Vortrages und eines Podiumsgesprächs mit Dietmar Bell, Josef Neumann und dem Sozialdezernenten Dr. Stefan Kühn, moderiert von Andreas Bialas, präsentierte er Grundzüge der anstehenden zweiten Revision des Kinderbildungsgesetzes und diskutierte mit dem Publikum Leitfragen des Systems frühkindlicher Bildung. Schwerpunkt der aktuellen Reformstufe ist der Faktor „Bildungsgerechtigkeit“. Auf sozialraumorientierter Basis werden künftig Einrichtungen in sozial benachteiligten Wohnquartieren eine zusätzliche Förderung erfahren. Gerade für Wuppertal erweist sich dieses angesichts des hiesigen Kinderarmutsrisikos als gravierendste Neuerung mit einem Mittelzufluss von ca. 2,5 Mio € p.a.

In seiner Einleitung  betonte der für den Wuppertaler Osten gewählte Abgeordnete Bell bereits die drei wesentlichen Determinanten elementarer Bildung, um die seit Jahrzehnten gerungen wird: Qualität – Quantität – Trägerausstattung. In der Zusammenschau von Schuldenbremse, kommunaler Finanzsituation und erhöhten Bundesmitteln im Bildungsbereich werde es künftig um nichts weniger als eine Verteilungsauseinandersetzung innerhalb des Bildungssystems gehen.

Trotz des Sparkurses werde die Landesregierung gegen den Trend in anderen Ressorts 100 Mio. € an zusätzlichen Mitteln jährlich zwecks Entlastung in die Finanzierung der Kinderbildung stecken, so Wolfgang Jörg; der Befund bleibe gleichwohl unverändert: Die Elementarbildung ist in Deutschland strukturell unterfinanziert.

Die Fachreferenten und das Auditorium waren sich darin, dass die von Rot-Grün als eigentliches Ziel angestrebte grundständige Revision des schwarz-gelben Kinderbildungsgesetzes weiterhin im Auge. zu behalten sei. Kein Weg führe längerfristig an der gesellschaftspolitischen Debatte vorbei, welchen Stellenwert die Bundesrepublik insgesamt der Frühen Bildung beimesse und wie viel Geld sie dafür zu investieren bereit sei.