„Versorgung für drogenabhängige Menschen muss auch zukünftig gewährleistet sein“

Der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann stellte im August eine Anfrage an die Landesregierung, um in Erfahrung zu bringen, inwieweit für Solingen die Versorgungslage für opiodabhängige Menschen im Rahmen des Methadonsprogramms gegenwärtig und vor allem auch zukünftig gesichert ist.

Nun erfolgte die Antwort aus dem NRW-Gesundheitsministerium. Danach sind derzeit 223 drogenabhängige Menschen in Solingen in Substitutionsbehandlung. Die Versorgung sei gegenwärtig, so das Ministerium, ausreichend sichergestellt. Insgesamt vier Ärzte im Raum Solingen würden über die entsprechende Qualifikation und Genehmigung zur Durchführung von Methadonbehandlungen verfügen. Tatsächlich durchführen würden die Behandlung derzeit allerdings nur zwei Solinger Ärzte.

Das Ministerium nimmt die Sorge zur Kenntnis, dass bei längerem Ausfall einer der beiden Ärzte die Versorgung gefährdet wäre. Auch sieht man, dass einer der versorgenden Ärzte aufgrund seines Alters seine Tätigkeit absehbar beenden wird. Nach Rücksprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, in deren Einzugsbereich Solingen liegt, wolle man Kontakt mit den anderen Ärzten aufnehmen, die eine Genehmigung zur Methadonbehandlung besitzen, um eine Erhöhung der Behandlungsfallzahl anzustreben. Darüber hinaus sei die KV bemüht, weitere Ärzte zur Fortbildung in diesem Bereich zu motivieren, um auch zukünftig die Versorgung in und für Solingen sicherzustellen. Nicht zuletzt werde geprüft, ob altermäßig ausscheidende Ärzte durch eine Sonderregelung noch weiter in der Methadonversorgung tätig sein könnten.

Josef Neumann: „Wir können nicht frühzeitig genug, auf mögliche Engpässe bei der zukünftigen Substitutionsbehandlung hinweisen, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Viele drogenabhängige Menschen sind durch die fachgerechte Verabreichung von Methadon wieder in der Lage, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Daher müssen wir gewährleisten, dass die ärztliche Versorgung in diesem Bereich auch für die Zukunft sichergestellt wird. Die Antwort des Ministeriums lässt den Schluss zu, dass man das Problem zumindest erkannt hat. Ich werde mich dafür stark machen, dass die versprochenen Anstrengungen, die ärztliche Versorgung sicherzustellen, auch eingehalten werden. Da nehme ich das Ministerium und alle zuständigen Stellen, wie z. B. die Kassenärztliche Vereinigung, beim Wort.“